Judo in Äthiopien
Judo in Äthiopien – Erfahrungsbericht im Rahmen einer Reise nach Südafrika
Im Zuge einer geplanten Reise nach Südafrika ergab sich die Möglichkeit, einen zusätzlichen Zwischenstopp in Äthiopien einzulegen. Nach Prüfung der Reisemöglichkeiten wurde eine Flugverbindung über Addis Abeba gewählt, die es erlaubte, bis zu 46 Kilogramm zusätzliches Gepäck mitzunehmen. Nach kurzer Rücksprache mit Johannes Daxbacher fiel die Entscheidung, diese Gelegenheit zur Unterstützung des Judosports in Äthiopien zu nutzen.
In der Vorbereitungsphase wurden Kontakte geknüpft und Judogi-Spenden gesammelt. Der Mangel an Ausrüstung stellt in Äthiopien eines der größten Hindernisse für die Entwicklung des Judosports dar. Judogi sowie Tatami-Matten sind kaum verfügbar und, wenn überhaupt, deutlich teurer als in Europa – teilweise bis zu doppelt so teuer wie in Deutschland.
Die Reise begann am 06.12. in Zürich mit dem Hauptziel Südafrika und einem Zwischenaufenthalt in Addis Abeba. Am 07.12. erfolgte dort der Empfang durch ein lokales Organisationsteam. Während des gesamten Aufenthalts stand ein enger Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort im Mittelpunkt.
Bereits am frühen Nachmittag des Ankunftstages fand die erste Trainingseinheit statt. Trotz sprachlicher Barrieren war das große Interesse und die hohe Motivation der teilnehmenden Judoka deutlich spürbar. Dank der Übersetzungsarbeit konnten die Trainingsinhalte erfolgreich vermittelt werden.
Über einen Zeitraum von drei Tagen konnten mehrere Trainingseinheiten durchgeführt werden. Die mitgebrachten Judogi-Spenden kamen unmittelbar zum Einsatz und stellten eine wichtige Unterstützung für die lokalen Sportlerinnen und Sportler dar. Ergänzend zu den sportlichen Aktivitäten bestand die Möglichkeit, Addis Abeba sowie Teile der näheren Umgebung kennenzulernen und Einblicke in die lokalen Strukturen des Judosports zu gewinnen.
Der Zwischenstopp in Äthiopien erwies sich als äußerst wertvoll und zeigte eindrucksvoll das große Engagement und die Begeisterung für den Judosport unter teils schwierigen Bedingungen. Die Reise nach Südafrika wurde dadurch um eine nachhaltige sportliche und soziale Komponente erweitert. Ein besonderer Dank gilt Johannes Daxbacher (DJB, Judo for Peace – Kontakte und Organisation), Dr. Tsegaye Degineh (Verbandspräsident Judo Äthiopien, IJF Judo for Peace Kommission) sowie Seifu Mekonnen (Trainer vor Ort, Kämpfer und Organisation), die durch ihre Unterstützung, Koordination und ihr großes persönliches Engagement diesen Aufenthalt und die Umsetzung der Trainingsmaßnahmen möglich gemacht haben.