28.03.2010 - WM der Sehgeschädigten in Antalya Matthias Krieger aus Heidelberg, er geht für Jukadio Heidelberg an den Start, wurde bei den Weltmeisterschaften der Blinden und Sehgeschädigten Judoka in Antalya am 26.3.2010 Weltmeister in der Gewichtsklasse -81 kg.
Er absolvierte 5 Kämpfe. Er besiegte einen Brasilianer (2 Waza-Ari für O-Soto-Gari und Uchi-Mata), einen Ukrainer (Ippon mit O-Soto-Gari), einen Spanier (Ippon für Uchi-Mata), einen Kämpfer aus Azerbaidschan (Waza-Ari und Ippon für O-Uchi-Gari) und schließlich den Paralympics-Sieger aus Kuba (2 Waza-Ari für Tani-Otoshi und Haltegriff) jeweils vorzeitig.

Hier die Kampfliste:
http://antalya2010.com/Documents/Antalya2010_men-81kg.pdf

Ein super Tag, bei dem alles stimmte und alles gepasst hat. Matthias war nach seiner schmerzlichen Niederlage und der schweren Verletzung im Kampf um Platz 3 bei den Paralympics in Peking 2008 schon fast bereit, alles hinzuschmeißen. Er hat sich gefangen, die Gewichtsklasse gewechselt und nun steht er als Champion ganz oben.
Stefan Saueressig aus Heidelberg, Heimtrainer, Coach und Bundestrainer der Sehgeschädigten seit vielen Jahren, verfolgte die Kämpfe am Mattenrand. Es wurde jeweils vor den Kämpfen die individuelle Wettkampfstrategie besprochen und Matthias hat die Vorgaben in beeindruckender Weise umgesetzt.
Anbei noch ein kleines Foto, das die Stimmung ein wenig wiederspiegelt. Einzig der Kubaner scheint sich über seine Medaille nicht so freuen zu können. Das war uns aber dann nicht mehr so wichtig.....
Neben Matthias wurde Ramona Brussig aus Schwerin Weltmeisterin bis 52 kg. Ihr gelang die souveräne Revange gegen die chinesische Paralympics-Siegerin, gegen die Ramona in Peking (damals noch - 57 kg) verloren hatte.
Ihre Schwester Carmen, ebenfalls Schwerin, wurde 3. Sie gewann zunächst gegen eine Ukrainerin, verlor gegen die spätere Weltmeisterin aus Taipeh, kämpfte sich in 2 weiteren Kämpfen durch die Trostrunde ind kleine Finale und gewann im Kampf um Platz 3 gegen eine Brasilianerin.
Komplettiert wurde der Erfolg durch einen hervorragenden 5. Platz von Oliver Upmann aus Mannheim, der jeweils im Halbfinale und um Platz 3 scheiterte. Er kämpfte beherzt und konnte wertvolle Erfahrung sammeln.
Sebastian Junk, ebenfalls Mannheim, konnte sich leider nicht platzieren. Er war das Opfer einer nahezu unglaublichen Fehlentscheidung, nachdem er bei einer Ko-Uchi-Maki-Komi-Aktion im Kampf gegen einen Franzosen von den Matten-Kampfrichtern übereinstimmend einen Yuko erhielt, um dann auf Intervention des ebenfalls französischen Hauptkampfrichters (und alleinigem Mitglied der Kommission) mit Hansokumake bestraft zu werden. Alle Beschwerden und Proteste halfen nichts. Später dann hatte der Veranstalter in Gestalt wiederum eines Franzosen ein so schlechtes Gewissen, dass man Sebastian den Fair-Play-Preis überreichte. Ein Funktelefon für zu Hause war das - für Sebastian ein schwacher Trost, nachdem er aus deutscher Sicht mächtig veräppelt wurde.
Schließlich trat Nico Langhammer aus Holzkirchen an, schied aber nach einem beherzten Kampf aus.

Carmen Bruckmann aus Mannheim war als Cheftrainerin und Coach mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Bei 6 Teilnehmern können sich 3 Medaillen und eine Platzierung gut sehen lassen.

Stefan Saueressig

WM der Sehgeschädigten in Antalya.jpg