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Datum: 15.11.2015
Ort: Offenburg
   
1. Toni Strumbel-Gedächtnisturnier (Offenburg)
   
Vor einem Jahr verstarb der langjährige Besitzer, Trainer(ein starker JUDOKA) Toni Strumbel aus Offenburg.

Für ihn wurde ein JUDO- Gedächtnisturnier ins Leben gerufen. Dieses fand in der der Schloßberghalle in Ortenberg statt

Die Begrüßungsrede hielt ein langjähriger Freund und Sportkamerad von Toni, der BJV-Ehrenpräsident Norbert Nolte.

Diese lautete
"Liebe Sabine, besten Dank für die einleitenden Worte. Zunächst möchte ich mich aber bei Dir, Rosi, Stefan und Sebastian bedanken, dass mir die große Ehre der Schirmherrschaft für das 1.Toni-Strumbel-Gedächtnisturnier übertragen wurde.

Hierzu einige Erörterungen zum besseren Verständnis: Toni und ich haben uns 1964 im Kodokan Karlsruhe, einer von Heiner Metzler 1962 gegründeten Judoschule, kennengelernt. Heiner Metzler galt zur damaligen Zeit schon als Judopionier. Als 2-facher Europameister und mehrfacher Deutscher und Int. Deutscher Meister war er unser Vorbild. Heiner Metzler ging 1966 zur Bundeswehr als Sportlehrer. Anschließend wurde er einer der erfolgreichsten Bundestrainer des DJB. Er hat Tonis und auch meinen Werdegang in vieler Hinsicht beeinflusst. Nach dem Weggang von Heiner Metzler übernahm ich den Vorsitz des Kodokan, der bis dahin schon eine starke Kampfmannschaft bildete.

Zur Bündelung der Kräfte ging der Kodokan 1968 mit dem 1. Karlsruher Judo- und Karate-Club eine Fusion ein -mit dem Erfolg des Aufstiegs und jahrelangen Verbleibs, des durch Verschmelzung entstandenen Budoclub Karlsruhe, in der 1969 gegründeten JUDOBUNDESLIGA. Als Schwergewichtler, der nach den damaligen Statuten, den letzten Kampf der Mannschaftsbegegnung antreten musste, war Toni stets ein sicherer Garant für den Mannschaftssieg, der uns mehrere Finalkämpfe bei den Bundesligakämpfen einbrachte.

Tonis aktive Zeit als Judoka hatte empfindliche Spuren an seinem Körper hinterlassen. Er musste sich beruflich umorientieren. So entschied er sich 1974 mit seiner Familie nach Offenburg zu gehen, wo er eine Judoschule und ein Jahr später den Judo-Club Offenburg gründete.

1983 entstand dann im Industriegebiet Waltersweier das heutige Budo-Sportzentrum Offenburg, das in der Größe seiner Einrichtung und sportlichen Möglichkeiten den Spitzen-Dojos im DJB nichts nachsteht. Heute bedienen sich erfolgreiche Vereine eigenständiger Dojos, was 1983 mit dem Neubau des Budo-Sportzentrums noch keine Selbstverständlichkeit war. Mit diesen räumlichen Möglichkeiten, dem Fachwissen und Können von Toni war es ihm möglich Spitzenjudokas auszubilden. Die Erfolge blieben nicht aus, so folgten Titel bei Deutschen-, Europa-und Weltmeisterschaften. Vielen orientierungslosen Jugendlichen verhalf er zu sportlichen Zielsetzungen. Er holte sie von der Straße, gab ihnen eine Aufgabe. Tonis Ehrgeiz war ungebremst.

Neben seiner Tätigkeit als Trainer usw. strebte er eine Kampfrichterkarriere an, wobei er 1980 die Bundeskampfrichterlizenz erhielt. Auf Vorschlag der Slowenischen Judo-Federation absolvierte er 1990 die Prüfung zum Int.-B-Kampfrichter. Er leitete in der Zeit von 1990 bis 2002 auf vielen internationalen Turnieren hochkarätige Kämpfe.

Toni war ein Glücksfall für die Entwicklung und Förderung unserer Sportart! Als ich ihm die Urkunde zum Ehrenmitglied des BJV überreichte, sprach er: „Es wäre mir lieber, ihr hättet mich zum Ehrentrainer des BJV gemacht." Damit zeigte er, wo er sich sah, nicht bei den Mitgliedern, nein bei den Trainern, die an der Basis arbeiten.

Vom DJB erhielt er 2011 für sein Lebenswerk den 8. DAN verliehen. Eine Auszeichnung, die nur wenige bekommen!

Am Ende meiner Ausführungen möchte ich nicht versäumen, allen Anwesenden, Tonis Weggefährten, den Athleten und Athletinnen, Kampfrichtern, Helfern und allen anderen für ihr Erscheinen, ihr Engagement oder ihre Teilnahme zu danken. Ich wünsche Ihnen heute spannende Kämpfe und in diesem Sinne eröffne ich das 1. Offene Toni Strumbel-Gedächtnisturnier und überlasse das weitere Geschehen der sportlichen Leitung.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!"

Am Mattenrand sah man viele „alte Bekannte“ und Freunde – auch der jetzige BJV-Präsident (Nachfolger von Norbert Nolte) Wolfgang Drissler ließ es sich nicht nehmen, dort anwesend zu sein.

Erfreulich, dass sich unter den Kämpfern auch einige Super-Athleten, wie Dino Pfeiffer, Soshin Katsumi, Boris Trupka, u.a., wiederfanden (Die alle drei den 1. Platz belegten.).
Aber auch einige frühere Kämpfer/Innen nahmen teil. Man geht davon aus, dass im nächsten Jahr sicher noch mehr Athleten an den Start gehen werden.

Die Technikerpreise, jeweils ein Druck von Künstler Stefan Strumbel (Sohn!), gingen an Alexander Leiser/Budo-Club Offenburg und bei den Frauen an Angelique Benard/VfL Sindelfingen.

Gez.: Ursula Braun (BJV Pressereferentin)