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Datum: 26.10.2017
Ort: Rheinfelden
   
Judoabteilung in Rheinfelden droht Auflösung
   
Judoka gesucht
Der Judoabteilung des TVRs droht die Auflösung, wenn kein Ersatz für den ausscheidenden Trainer und Abteilungsleiter Martin Müller gefunden wird.

RHEINFELDEN. Judotrainer Martin Müller hört altersbedingt zum Jahresende auf. Alle Bemühungen des Turnvereins Rheinfelden (TVR), einen Ersatz für den langjährigen Trainer zu finden, blieben bislang erfolglos. Ohne einen neuen Trainer bleibt nur die Auflösung der Judoabteilung, die 1966 vor 51 Jahren gegründet worden war.
Knapp 20 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren sowie sechs Erwachsene trainieren regelmäßig am Freitagabend in der Fécamphalle in Rheinfelden. In Judogi und den jeweiligen Farben ihres Kyu-Ranges gehaltene Gürtel gekleidet, stehen sich die Kämpfer gegenüber und trainieren Falltechniken, Griffe und Würfe. „Toll ist es, dass ich die Jungs werfen kann“, sagt die achtjährige Lara Steer, die schon seit einem Jahr Judo beim TVR trainiert. Und der siebenjährige Alexander Knüppel erklärt: „Es ist schade, dass Martin aufhört. Ich wünsche mir, dass wir einen neuen Trainer bekommen.“
Der achtjährige Kentaro Wendland ist auch schon seit einem Jahr dabei. Er meint: Es macht mir viel Spaß und ich wäre gerne bis zum letzten Gürtel im Judo.“ Auch die Eltern der Kinder hoffen, dass bis Januar noch ein neuer Judoka gefunden wird. „Alexander ist ein sehr bewegter Junge, er kann nicht still setzen. Judo fördert seine Konzentration“, sagt Jürgen Knüppel und Tatjana Steer ergänzt: „Es wäre schade, wenn Lara aufhören müsste.“ In andere Kommunen auszuweichen, ist für die Eltern keine gute Alternative.
„Vor einigen Jahren hatte ich mir das Ziel gesetzt, mit 50 aufzuhören, da ich immer weiter weg von der Jugend bin“, erklärt Müller den Schritt. Mittlerweile ist er 58 Jahre alt, da aber in all den Jahren niemand gefunden werden konnte, hat er immer weiter gemacht. „Jetzt muss ich einen Schlussstrich ziehen, da es auch körperlich nicht mehr geht. Ich kann noch fallen oder werfen, aber es macht deutlich mehr weh als früher.“ Mehr als 30 Jahre hat er beim TVR Kinder trainiert und auch das Amt des Abteilungsleiters übernommen.
„Uns schwebt ein Judoka vor, der hierher gezogen ist, der sich hier aufhält und der Interesse hat, mit Kindern zu arbeiten“, meint Ina Heidemann, Vorsitzende Verwaltung des TVR. Im 1000 Mitglieder starken TVR ist Judo eine kleine Abteilung. „Das Vereinsgefüge ist gut. Aus meiner Perspektive hat mir der Verein immer sehr viel gegeben“ sagt Müller. „Ich war immer gut aufgehoben. Es war eine tolle Kameradschaft. Auch die Unterstützung durch die Eltern war immer gegeben“. Dem neuen Trainer würde der TVR eine Aufwandsentschädigung, Verbandsfortbildungen, eine Sportversicherung über den Verein sowie eine Fahrtkostenpauschale bei Wettkämpfen bieten. Heidemann sagt auch Unterstützung bei der anfallenden Verwaltungsarbeit zu, damit der Einstieg in Trainingsbetrieb erleichtert wird. Wenn nötig, würde der Verein sogar die Kosten für die Trainer-Lizenz oder den Lehrgang zum Sportassistenten übernehmen. Müller glaubt zudem, dass ein Trainer den schwarzen Gürtel haben sollte. „Respektiert wird man von den Kids dann, wenn man die Dan-Prüfung abgelegt hat“, sagt er. Auch hier würde der TVR die Kosten für die Prüfung übernehmen. Heidemann meint: „Wir suchen jemanden zwischen 20 und 35 Jahren. Ein Judoka ab dem braunen Gürtel ist bei uns gerne willkommen.“ Interessenten können sich per eMail entweder bei Martin Müller (judo@tv-rheinfelden.de) oder Ina Heidemann (vorstand@tv-rheinfelden.de) melden.